Antrag: Grundwasser ist Grundrecht

Beschlos­sen auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung am 24. Juli 2026

Antragstext

Der KV möge bei der nächs­ten Lan­des­de­li­gier­ten­kon­fe­renz fol­gen­den Antrag einreichen:

Grund­was­ser ist Grundrecht

Wir bay­ri­schen Grü­nen fordern:

1. Stren­ge­re Auf­la­gen und weni­ger Aus­nah­men beim bay­ri­schen Wasserentgelt.

2. Das Was­ser­ent­gelt soll­te für die Indus­trie bedeu­tend erhöht werden.

3. Ver­schmut­zung (beson­ders indus­tri­el­le) und nicht geneh­mig­tes Ent­neh­men von Grund­was­ser soll in den Fokus von Behör­den rücken und stär­ker über­prüft werden.


Begründung

Was­ser ist eine unse­rer kost­bars­ten Lebens­grund­la­gen und muss als öffent­li­ches Gemein­gut geschützt wer­den. Ange­sichts sin­ken­der Grund­was­ser­spie­gel und zuneh­men­der Tro­cken­pe­ri­oden in Bay­ern kön­nen wir es uns nicht län­ger leis­ten, mit der Res­sour­ce Was­ser so umzu­ge­hen, als sei sie uner­schöpf­lich. Aktu­ell gibt es beim baye­ri­schen Was­ser­ent­gelt zu vie­le Aus­nah­men und zu locke­re Auf­la­gen, die dazu füh­ren, dass die öko­lo­gi­sche Wahr­heit des Was­ser­ver­brauchs nicht aus­rei­chend abge­bil­det wird. Wir for­dern hier eine kon­se­quen­te Ver­schär­fung der Regeln, um einen ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit unse­ren Vor­rä­ten zu erzwingen.

Beson­ders im indus­tri­el­len Sek­tor ist ein mas­si­ver Mehr­ver­brauch an Was­ser zu beob­ach­ten, wäh­rend die Kos­ten hier­für oft nicht pro­por­tio­nal zur öko­lo­gi­schen Belas­tung ste­hen. Eine bedeu­ten­de Erhö­hung des Was­ser­ent­gelts für die Indus­trie wür­de nicht nur einen star­ken Anreiz für was­ser­spa­ren­de Tech­no­lo­gien und Kreis­lauf­sys­te­me schaf­fen, son­dern auch die not­wen­di­gen finan­zi­el­len Mit­tel gene­rie­ren, um den Gewäs­ser­schutz und die Rena­tu­rie­rung in Bay­ern vor­an­zu­trei­ben. Wer mas­siv Res­sour­cen ent­nimmt, muss auch fair zur Siche­rung die­ser Lebens­grund­la­ge beitragen.

Zuletzt beob­ach­ten wir eine besorg­nis­er­re­gen­de Lücke bei der Über­wa­chung und Kon­trol­le. Indus­tri­el­le Ver­schmut­zun­gen und die nicht geneh­mig­te Ent­nah­me von Grund­was­ser gefähr­den unse­re Trink­was­ser­re­ser­ven und schä­di­gen lang­fris­tig die baye­ri­sche Natur. Es ist die Pflicht des Staa­tes, hier eine akti­ve Auf­sicht zu füh­ren und Ver­stö­ße kon­se­quent zu ahn­den. Wir for­dern daher, dass die zustän­di­gen Behör­den per­so­nell und tech­nisch so aus­ge­stat­tet wer­den, dass eine lücken­lo­se Über­prü­fung der Ent­nah­men und Ein­lei­tun­gen gewähr­leis­tet ist, um unse­re Was­ser­qua­li­tät für kom­men­de Gene­ra­tio­nen zu sichern.