Hamburger Volksentscheid kein Grund für bayerische Selbstzufriedenheit
Das ablehnende Ergebnis des Hamburger Volksentscheids zur Einführung der sechsjährigen Primarschule hat auch in Regensburg zu enttäuschten Reaktionen geführt.
Walter Scheuerl und seine Initiative "Wir wollen lernen" haben nach Meinung der Regensburger Grünen der Bildungspolitik nicht nur in Hamburg geschadet.
Ein bundesweit von vielen Eltern, Lehrern und Bildungspolitikern erhofftes Startsignal für einen Aufbruch in ein gerechteres und effektiveres Schulsystem sei nun ausgeblieben, stellen Margit Kunc und Florian Eckert fest.
Die beiden Kreisvorsitzenden von B90/Die Grünen bedauern, dass sich die von einer breiten Mehrheit im Hamburger Senat getragene Schulreform nicht durchsetzen konnte.
"Wir haben dort gesehen, dass die Eltern bei Bildungsthemen noch stärker in die Reformprozesse mit einbezogen werden wollen", so Florian Eckert.
Auch für Margit Kunc hat der Volksentscheid in Hamburg gezeigt: "Längeres gemeinsames Lernen trifft bei einigen Eltern auf Vorbehalte, hier muss noch mehr auf Dialog gesetzt werden."
Für die Schulpolitik in Bayern erwartet sie keine positiven Impulse: "Kultusminister Spaenle wird sich jetzt natürlich bestätigt fühlen und weiterhin am dreigliedrigen Schulsystem mit all seinen Unzulänglichkeiten festhalten - das ist schade, denn so geht die Schere zwischen Bildungsgewinnern und Bildungsverlierern immer weiter auf." Und auch Florian Eckert sieht wenig Chancen für Verbesserungen im bayerischen Schulsystem. "Die frühe und ungerechte Auslese nach der Vierten Klasse ist für die Staatsregierung wohl völlig in Ordnung, aber hier werden viele Kinder frühzeitig um ihre Chancen gebracht und Talente vergeudet!" Für den Herbst erwarten die beiden Vorsitzenden der Regensburger Grünen neue Bildungsproteste: Der absehbare Lehrermangel und das G8-Lehrplanchaos seien ja schon verlässliche Konstanten in der Bildungspolitik der CSU.
(19.07.2010)
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