Die Sitzweil der Grünen, ein voller Erfolg!
Im gut besuchten Regensburger Traditionswirtshaus Brandbräu in der Ostengasse veranstalteten die Regensburger Grünen auf Einladung des Direktkandidaten Jürgen Huber eine grüne Sitzweil. Dr. Sepp Dürr war aus der Landeshauptstadt nach Regensburg geeilt und hatte 5 Thesen zum schwierigen Heimat-Begriff im Gepäck. "Normalerweise kommt ja die Theorie am Schluß" begann der promovierte Germanist und Bauer Sepp Dürr seinen zwanzigminütigen Vortrag, "aber wir wollen der Verstand nicht ausschalten, wenn wir Heimatgefühle haben" ergänzte Jürgen Huber, beide sind ja kulturpolitische Akteure der bayerischen Grünen. So kam es, dass man aufgeklärt schwelgen konnte, als Katka Karl-Brejchova von der vielleicht schönsten Nationalhymne der Welt schwärmte, nämlich von der mährischen, die eine musikalische und rhetorische Pause ist und zur Ruhe und zum Nachdenken einlädt. Vor den wunderbar und rührend vorgetragenen Geschichten aus Böhmen und Mähren, von Capek und Skacel, musste das Publikum den überaus naturalistisch wirkenden Florian Eckert, alias "typischer Stammtischpolitiker" über sich ergehen lassen. Die Lacher hatte er jedenfalls mit seiner professionellen Parodie "Defibriliermarsch" auf seiner Seite. Das Herz der Veranstaltung im schönen Brandlbräu waren jedoch die drei älteren Damen Marianne Graf an der unermüdlich gespielten Zither und die beiden singenden Annas, Hartmann und Schutzbier, die unter anderen Volksliedern "Die Gedanken sind frei" ins bald mitsingende und überaus gerührte Publikum schmetterten. Das traf die bayerische und die grüne Seele gleichermassen und man meinte zu sehen, dass selbst gestandene Mannsbilder, wie der Architekt und Wüstenfahrer Herwig Beitler feuchte Augen bekommen hatten. Jürgen Huber verzichtete angesichts so vieler leuchtender und eh schon inspirierten Gesichter auf eine politische Rede und rief nur noch auf, eine gerechte und gute, eine erhaltenswerte Welt des Ausgleichs zu schaffen, auch über die Stimmabgabe am 27. September. Die Sitzweil machte ihrem Namen alle Ehre, man saß und trank und redete, gar nicht wahlkampfmässig, eher schön und eine ganze Weile lang.
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